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83 junge Mobilitäts-Mitgestalter

Lossprechung 2026: Es war eine Premiere: Zum ersten Mal nach ihrer Fusion im vergangenen Herbst sprach die Kfz-Innung Krefeld-Viersen die neuen Kfz-Mechatroniker aus Krefeld und dem Kreis Viersen gemeinsam los – insgesamt 83 junge Fachkräfte für Mobilität.

Das Stadtwaldhaus, Krefelds gute Stube, platzte buchstäblich aus den Nähten bei der Lossprechungsfeier für die Kfz-Spezialistinnen und -Spezialisten. Innungs-Chef Dietmar Lassek freute sich über das imposante Bild, das sich ihm von der Bühne aus bot, als er die bisherigen Auszubildenden aufforderte, zur eigentlichen Lossprechung aufzustehen. In seiner Eigenschaft als Obermeister erhob er sie dann unter dem Beifall der zahlreichen Gäste nach alter Tradition offiziell in den Gesellenstand.

Was es bedeutet, nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung den Gesellenbrief in der Tasche zu haben, erklärte Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf: „Er gilt weltweit als Ausweis Ihres Könnens und Ihres Durchhaltevermögens“, sagte der Festredner. Eine Ausbildung im Handwerk sei „keine Ponyhof-Veranstaltung und kein Bullerbü“, meinte Fuhrmann. Da habe man sicher auch durch tiefe Täler gehen und kämpfen müssen. „Auch darauf können Sie stolz sein“, so der Kammerchef, „denn das ist nicht wie bei Insta, wo man einfach weiterwischt.“ Nun seien die Berufsaussichten für die jungen Fachkräfte glänzend: „Unsere Gesellschaft braucht Mobilität, und Sie gestalten sie mit.“

Das hätte sich Florian Hartung bis vor einiger Zeit nicht träumen lassen. Nach dem Abitur startete er eine Ausbildung zum Bauzeichner, aber dann ging an seinem Auto die Steuerkette kaputt. Einige YouTube-Videos und eine Bestellung von Spezialwerkzeug später hatte er das Problem behoben – „und Blut geleckt“, wie er sagt. Der heute 22-Jährige begann die Ausbildung im Autohaus Lassek in Krefeld und schloss sie jetzt als Jahresbester im Bereich Krefeld ab. Florian macht es nach wie vor großen Spaß zu schrauben. Er bleibt bei Lassek und fängt in gut einem Jahr mit der Meisterschule an.

Genau das hat auch sein Pendant aus dem Prüfungsbereich Viersen vor: Tim Börner hat die Ausbildung beim Performance Center Stöcker in Nettetal ebenfalls als Jahresbester beendet. „Technik ist meine Leidenschaft“, sagt der 22-Jährige. In seinem Betrieb hat er es mit „vielen schönen Autos“ zu tun, denn sein Arbeitgeber ist auf Sportwagen und Umbauten spezialisiert. „Unser eigenes Präsentationsfahrzeug ist ein AMG GTR, und den haben wir durch technische Modifikationen von 580 auf knapp 1000 PS gebracht“, berichtet Tim Börner. Der Wagen hat eine Straßenzulassung und darf 360 Stundenkilometer fahren.

Hinter den beiden Jahresbesten, die jeweils mit einem Spargutschein der Sparkasse Krefeld im Wert von 150 Euro ausgezeichnet wurden, belegten die nächsten Plätze: für Krefeld René Warkentin (Autohaus Phoenix GmbH) als Zweiter und Laura Treeker (Fa. Ralph Treeker) als Dritte. Im Prüfungsbereich Viersen war Ben Kanisch (Xaver Schmid GmbH, Willich) Zweitbester und Jannis Held (Performance Center Stöcker KFZ) belegte den dritten Rang. Zu den Gratulanten gehörte auch Kreislehrlingswart Johannes Schmitz.

Bei Giulia Salvatore liegt das Kfz-Handwerk in der Familie. Ihr Onkel hat eine Werkstatt, und ihr Vater schraubt hobbymäßig. Und sie selbst? „Ich habe schon als kleines Mädchen nicht mit Puppen, sondern mit Matchboxautos gespielt“, lacht die 23-jährige Abiturientin, die ihren Beruf bei der Borgmann Automobilhändler GmbH in Krefeld erlernt hat. „Manchmal kommen Autos in die Werkstatt, die total kaputt sind. Ich finde es toll, wenn meine Arbeit bewirkt, dass das Auto wieder fahren kann“, erzählt Giulia. Ihre Geschichte kann andere junge Frauen ermutigen, ebenfalls die Ausbildung im Kfz-Handwerk zu beginnen: „Erst einmal erscheint es als krasser Schritt, in diese Männerdomäne zu gehen“, sagt sie und gibt zu, dass sie sich zunächst nicht getraut habe. „Aber dann habe ich mir gedacht: Mach einfach das, was dir Spaß macht.“

Imposantes Bild: Als neue Fachkräfte im Kfz-Handwerk begrüßte die Kfz-Innung die jungen Gesellinnen und Gesellen aus Krefeld und dem Kreis Viersen.

Foto: Georg Maria Balsen